Crammond Island

Startseite Festungen Bunker Lexikon Was ist neu? Links Über mich

Crammond Island gehörte zusammen mit den Inseln Inchcolm und Inchmickery zur mittleren Verteidigungslinie im Firth of Forth. Hierbei überlappten sich die Feuerbereiche der installierten Geschütze vom Nord- zum Südufer des Forth. Gleichzeitig war diese mittlere Verteidigungslinie vollständig mit U-Bootnetzen gesperrt. Crammond Island selbst befindet sich 1.150 Meter von der Küste Lothians entfernt. Nach dem Tode des letzten dort ansässigen Bauern im Jahre 1904 wurde die Insel für die Verteidigung des Firth of Forth genutzt. Zuerst waren auf dem Höhenrücken der Insel vierzehn 12-pdr 18cwt Schnellfeuergeschütze vorgesehen. Sie sollten das U-Bootnetz zwischen Crammond und Inchmickery schützen. Allerdings zeigen britische Unterlagen, dass im Dezember 1914 erst zwei Geschütze aufgestellt waren. Zusammen mit den beiden Geschützstellungen gab es zu diesem Zeitpunkt einen betonierten Scheinwerferstand, ein Generatorgebäude, das Windenhaus für das U-Bootnetz, eine Baracke für das Personal nebst Küche und Kantine. Die Stammbesatzung umfasste während des 1. Weltkrieges insgesamt zwei Offiziere und 30 Mann. Nachdem 1. Weltkrieg wurde durch die englische Armee im Juni 1920 der größte Teil des vorhandenen Materials verkauft. Die beiden Geschütze verblieben allerdings noch bis zum November 1927 in den Stellungen, bis auch sie verschrottet wurden.

Im Sommer 1939 reaktivierte die britische Armee die Insel aufgrund der nahen Kriegsgefahr. Eilig wurden zwei 12-pdr Geschütze aus einer anderen Batterie abgezogen und auf Crammond aufgestellt. 1940 baute man eine zusätzliche Geschützstellung für einen Zwillings-6-pdr, der auch zur Luftabwehr eingesetzt werden konnte. Bis zum Juni 1941 waren insgesamt vier betonierte Gebäude für Scheinwerfer gebaut worden. Drei davon mit fest vorgegebenen Beleuchtungsrichtungen und ein beweglicher Suchscheinwerfer. 1943 erhöhte sich die Anzahl der Scheinwerfer auf fünf Stück. Auffälligste Verteidigungsanlage ist die Bootssperre aus Betonpylonen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist dies keine U-Bootsperre, da die Wassertiefe selbst für nicht getauchte U-Boote bei Flut zu niedrig war. Hier sollten einzig und allein leichte Torpedoboote aufgehalten werden. Die Besatzung der Insel bestand 1943 aus zwei Offizieren und 88 Mannschaften. Hinzu kamen noch 12 Pioniere. Nach dem 2. Weltkrieg wurden alle Materialien bis 1952 abgebaut und verwertet. Übrig blieben nur die betonierten Anlagen. Crammond Island kann frei über den Damm der Bootssperre betreten werden. Die Tidezeiten sind allerdings zu berücksichtigen.

Blick auf die Insel, den Damm und die Bootssperre

Blick von der Insel auf den Damm und die Bootssperre

Der Damm und die Bootssperre

Bootsperre mit Kasematte für 75mm Geschütz

Kasematte für ein 75mm Geschütz

Kasematte für ein 75mm Geschütz

Kasematte für ein 75mm Geschütz

Kasematte für ein 75mm Geschütz

Generatorgebäude

Stahlblende am Fenster

Maschinenfundamente im Generatorhaus

Maschinenfundamente im Generatorhaus

Stellung für das 6-pdr Zwillingsgeschütz

Stellung für das 6-pdr Zwillingsgeschütz

Zugang zur Munitionskammer

Munitionskammer

Generatorgebäude mit Suchscheinwerfern

Scheinwerferstände mit fixen Beleuchtungsrichtungen

Generatorgebäude

Generatorgebäude

Maschinenfundamente im Generatorhaus

Maschinenfundamente im Generatorhaus

Stand für Suchscheinwerfer

Stand für Suchscheinwerfer

Blick von Crammond Island auf die "schwebende" Insel Inchkeith

Letzter Stand: 11.09.2020