Bunker der Maginotlinie

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CORF

Die CORF (Cimmission d'Organisation des Régions Fortifièes) ist die Bauleitung aus höheren Offizieren der Infanterie, Artillerie und Pionieren, die zwischen 1930 und 1936 die Maginot-Linie mit ihren Festungswerken und Bunkern realisiert. Sie bestimmt die militärische Aufgabe und Bauort für jeden zu bauuenden Bunker. Neben den großen Artilleriewerken und den kleineren Infanteriewerken, sind dies vor allem Infanteriekasematten (casemates d'infanterie), Beobachtungsbunker (observatoires) und betonierte Unterstände (abris).

 

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Casemates d'Infanterie

In den Zwischenräumen der großen Artillerie- und Infanteriewerke befanden sich diverse betonierte Bauwerke. Zum einen schützten die Infanteriekasematten (casemates d'infanterie) mit einem Abstand von etwa einem Kilometer den Zwischenraum der größeren Werke. Die Besatzung von bis zu 30 Mann konnten mit MG und Pak die Bereiche schützen, die nicht unbedingt von den größeren Werken geschützt werden konnten. Im Kriegsfall hielt sich die Besatzung permanent in den Kasematten auf, die mit Betten, Elektrizität und Wasser versorgt waren. Luftfilter schützten vor Gasangriffen.. Über Telefonleitungen konnte miteinander kommuniziert werden. Alle Infanteriekasematten hatten zudem Sichtkontakt.

Hummersberg Nord und Süd

 

 

 

 

 

 

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Observatoires

Für die Feuerleitung in schwierigem Gelände gab es separate Beobachtungsbunker (observatoires). Sie lagen meist auf erhöhten Punkten und unterstützten die Artilleriewerke bei der Feuerleitung. Sie waren mit schweren stählernen Kuppeln (Typ VDP oder VP) für Beobachtungsperiskope ausgestattet: Mittels Funk und Telefon waren diese Beobachtungsbunker direkt mit den Hauptbefehlsständen der großen Werke verbunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Abris

Für den maximalen Schutz gab es für die Unterbringung von Truppen betonierte Unterstände (abris), in denen Intervalltruppen oder Truppen der Maginotlinie beschußsicher untergebracht waren. Von diesen gab es zwei Arten: völlig unterirdisch bis zu 30 Meter tiefe abris-cavernes und oberflächlich angelegte aber stark betonierte abris de surface. Sie traten in Aktion, wenn bewegliche Truppen benötigt wurden, z.B. bei erforderlichen Gegenstößen. Diese Unterstände hatten Platz für bis zu 250 Mann. Ausgestattet mit Generatoren, Luftfiltern, Wasservorräten, Schlafräumen und Lebensmittel hatten sie gute Voraussetzungen, um Angriffen zu widerstehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MOM

Durch Drohungen Mussolinis und der Entstehung der Wehrmacht mit ihrer Aufrüstung wird die Maginot-Linie nach Schwachstellen untersucht. Diese Aufgabe übernimmt wiederum eine Kommission, die MOM (Main d'oeuvre Militaire). Es werden ab 1935 Kleinkampfanlagen zwischen die CORF-Elemente zur Verstärkung gebaut. Obwohl die Anzahl der gebauten Bunker sehr groß ist, fehlt oft der sinnvolle Bezug zu den CORF-Bauten. Später stellt sich dann heraus, daß ihr Kampfwert sehr gering ist.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

STG und CEZF

Zwei weitere Kommissionen erkunden die Maginot-Linie in einigen Abschnitten nach Schwachstellen und führen Bauten aus: die STG (Section Technique du Génie) und die CEZF (Commission d'Etude des Zones Fortifiées). Die von ihr gebauten Kasematten und Unterstände sind zwar wesentlich besser durchkonstruiert und solider gebaut als MOM-Anlagen, aber von geringerer Kampfkraft als CORF-Anlagen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Letzter Stand: 23.01.2017