Fort Breendonk

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Am 29.04.1906 wird im Belgischen Staatsblatt das verabschiedete Gesetz für den Verteidigungsplan Antwerpen veröffentlicht. Es ist ein Festungsgürtel vorgesehen, der sich über 95 km um Antwerpen erstreckt und der auf Vorschläge des Generals Alexis Brialmont zurückgeht. In diesem Verteidigungsgürtel befinden sich die Forts Stabroek, Ertbrand, Kapellen, Brasschaat, Schoten, Gravenwezel, Oelegem, Broechem, Kessel, Lier, Koningshooïkt, Sint-Katelijn-Waver, Walem, Breendonck, Liezele, Bornem, Steendorp und Hassdonk.

Fort Breendonk, ein Fort zweiter Ordnung mit angebundenen Grabenstreichen befindet sich zwischen den Forts Walem im Osten und Liezele und wird zunächst „Fort Willebroeck“ genannt. Da sich aber fast alle für das Fort benötigten Grundstücke in der Gemeinde Breendonk liegen, erwirkt der Bürgermeister eine Umbenennung. Mit dem Bau von Fort Breendonk wird 1909 begonnen. Obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits die Eisenbewehrung für Beton bekannt ist, wird Breendonk noch aus unbewehrtem Stampfbeton gebaut. Der Aushub des umgebenden Wassergrabens wird genutzt, um Erdwälle auf den Betonstrukturen zu schaffen. An manchen Stellen bekommt das Fort eine Höhe von 14 Metern.

Als Bewaffnung werden eingebaut:

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·         Zwei Panzertürme mit jeweils zwei 150 mm Kanonen, mit einer Höchstschußweite von 8.400 Metern. Die Stärke des Panzerturms beträgt 22 cm.

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·         Zwei Panzertürme mit einer 120 mm Haubitze, die eine Höchstschußweite von 6.400 Metern besitzen.

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·         Vier Panzertürme mit 75 mm Kanonen, die eine Höchstschußweite von 6.000 Metern besitzen.

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·         Siebzehn 57 mm Schnellfeuerkanonen in den Grabenstreichen und zur unmittelbaren Nahverteidigung.

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·         Daneben gibt es für den Flankenschutz in Richtung benachbarte Forts zwei Traditorenbatterien mit zwei 75 mm und zwei 120 Geschützen.

Als der 1. Weltkrieg ausbricht sind die Reichweiten der Geschütze jedoch bereits veraltet, so daß die deutschen Geschütze auf das Fort feuern können, ohne selbst beschossen zu werden. Die Besatzung besteht aus 330 Mann, die in zwölf Kasematten untergebracht sind.

Fort Breendonk ist bei Ausbruch des 1. Weltkrieges noch nicht fertiggestellt und nur bedingt Einsatzbereit. Seine Schwäche ist die Auslegung für einen Beschuß mit 220 mm Mörsern, den damals schwersten französischen Mörsern. Jedoch erscheinen die Deutschen mit einer Belagerungsartillerie aus 42 cm und 30,5 cm Mörsern, sowie österreichischen 30 cm Mörsern. Zwischen dem 01.10. und 08.10.1914 wird Fort Breendonk von insgesamt 563 Granaten aller Kaliber getroffen. Am letzten Tag der Beschießung wird auch der Fortkommandant schwer verletzt und stirbt wenige Tage später. Mit der Kapitulation von Antwerpen kapituliert auch Fort Breendonk.

Während des 2. Weltkrieges wird im Fort Breendonk ein SS-Auffanglager eingerichtet, in dem Gefangene als Zwischenstation zur Verbringung in andere Konzentrationslager vorübergehend untergebracht werden. Im Schnitt verbleiben die Gefangenen etwa drei Monate in Breendonk bevor sie weitertransportiert werden. Etwa 3.500 Häftlinge werden durch Breendonk durchgeschleust. Während die SS-Wachmannschaft zunächst aus Deutschen besteht, wird die Wachmannschaft ab September 1941 aus flämischen SS-Leuten gebildet. Zur „Beschäftigung“ der Gefangenen müssen diese die Erdwälle über dem Fort abtragen. Daher ist heute die Betonstruktur zu sehen.

Nach der Befreiung des Forts Ende 1944 wird Breendonk von den Belgiern als Internierungslager für Kollaborateure genutzt. 1947 werden die letzten Gefangenen nach Mechelen überführt und Fort Breendonk durch Gesetz zur nationalen Gedenkstätte erklärt. Es kann heute täglich besichtigt werden.

 

Kehlseite des Forts

Eingang und Kehlblockhaus

Kehlblockhaus mit den Scharten der Kehlverteidigung

Linke Kehlkaserne

Rechte Kehlkaserne

Scharten der Eingangsverteidigung

Die Poterne

Kasino der SS

Kasematte

Rückseite der Wallkaserne

Rückseite der Wallkaserne

Latrinen

Latrine

Poterne mit Infanterieausgang

Gefechtsgang in der Kaserne

Kasematte mit Betten der Lagerinsassen

Kasematte

Waschgelegenheit im Gefechtsgang

Türinschrift

Kasematte

Einzelzellen in einer Kasematte

Latrinen

Latrinen

Panzertürme

Panzertürme

Panzertürme

Panzertürme

Flankenbatterie

Beobachtungsstand

Flankenbatterie

Panzertürme

Durch 30,5 cm Treffer zerstörter Hohlgang

Durch 30,5 cm Treffer zerstörter Hohlgang

Letzter Stand: 04.11.2016