Gros Ouvrage Metrich

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Das Artilleriewerk Metrich gehörte zum "Befestigten Abschnitt Diedenhofen" und liegt auf der beherrschenden Höhe 273, ungefähr 10 km nordostwärts von Diedenhofen auf dem rechten Moselufer. Es ist das drittgrößte Werk der Maginot-Linie und hatte eine Besatzung von 800 Mann, davon 26 Offiziere. Metrich besteht aus zwei Eingangsbunkern und zehn Kampfblöcken. Die Aufgaben dieser Werkgruppe waren:

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Beherrschen des Moseltales und Bestreichen der im Moseltal aus Nord- und Nordostrichtung einlaufenden Verkehrslinien.

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Flankierendes Artilleriefeuer zur Deckung der Werkgruppe Billig und der Großgruppe Hackenberg sowie der in diesen Räumen liegenden Zwischenwerke.

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Flankierendes Artilleriefeuer auf das linke Moselufer zur Deckung der Werke im Raum Kattenhofen, Sentzich und Galgenberg

Übersicht der Feuerräume zum Feuerplan der Werkgruppe Metrich

Quelle: Denkschrift über die französische Landesbefestigung Oberkommando des Heeres 1941

Die genannten Befestigungen der Werkgruppe Metrich lagen auf meist bewaldeten Geländerhebungen (250 bis 400 m hoch) und 9 bis 15 Kilometer von der Grenze entfernt. In dem stark bewegten, halboffenen Gelände waren weite Räume durch Kuppen, Bergrücken oder Wald verdeckt. Eine durchgehende Beobachtung des Vorfeldes war nicht gewährleistet. Im allgemeinen ließ es sich nur in einer Breite von 1 bis 2 km genügend übersehen. An der Nordost- und Ostfront war der Wald von Königsmacker dem Werk vorgelagert und verdeckte die Sicht zum Udernbachtal. Zahlreiche tief eingeschnittene Hohlwege durchquerten den Wald und machten besondere Sperren erforderlich. An der Südseite des Werkes fiel das Gelände gleichmäßig bis zum Kannerbach ab und bot Sicht- und Schussfeld bis in dieses Tal. Dementsprechend konnte die infanteristische Beobachtung des Verteidigers als eben noch ausreichend bezeichnet werden.

Quelle: Denkschrift über die französische Landesbefestigung Oberkommando des Heeres 1941

Für die Artilleriebeobachtung dagegen war das Gelände nicht hergerichtet worden. Wald und sonstiger Baumbestand behinderten den Einblick in das Vorfeld auf nahe und mittlere Entfernungen. Viele Geländefalten und Einschnitte konnten nicht eingesehen werden. Daher beherrschten Artillerie- und Infanteriewaffen das Vorfeld nicht durchlaufend. Uneinsehbare Räume reichten bis auf nahe und nächste Entfernungen heran. Das Gelände hätte weitgehende Abholzung oder Durchlichtung und Bodenausgleich erfordert. Die Hauptbeobachtung der Werkgruppe lag im Block 7 mit bevorzugtem Blickfeld nach Norden in das offene Gelände des Moseltales. Solange das Vorfeld besetzt war, hatte diese Beobachtung Verbindung mit einer B-Stelle in Freckingen.

Die Kampfblocks 1, 8, 11 und 15 waren artilleristische, Block 3 und 4 infanteristische Hilfsbeobachtungsquellen. Der Block 8 diente sowohl als artilleristische wie infanteristische B-Stelle. Die Beobachtung auf Block 15 war mit dem rechten Nachbarwerk Billig, der Block 1 mit der Werkgruppe Galgenberg auf dem linken Moselufer durch Fernsprecher verbunden, um die gegenseitige Flankierung voll durchführen zu können.

Der Feuerplan der Werkgruppe Metrich

Die Feuerpläne gaben über die Wirkungsmöglichkeiten sämtlicher Waffen der Werkgruppe Aufschluss. Entsprechend den verschiedenen Feuerlagen wurden in den Plänen

bulletdas Fernfeuer
bulletdie Hauptfeuersperre (Nahverteidigung) und
bulletdie innere Feuersperre (insbesondere Oberflächenverteidigung)

unterschieden.

Schussbereiche der Artilleriewaffen der Werkgruppe Metrich ergänzt durch die Wirkungsmöglichkeiten der Nachbarwerke

Quelle: Denkschrift über die französische Landesbefestigung Oberkommando des Heeres 1941

Die einzelnen Kampfblocks der Infanterie und Artillerie hatten im Einsatz folgende Aufgaben zu erfüllen:

Block 1 verstärkte mit seinen drei 75mm Kanonen aus Mauerscharten die Hauptfeuersperre vor Galgenberg und Kobenbusch; mit zwei lMG und zwei 50mm Granatwerfern aus Glocken übernahm er die Nahverteidigung im Raum zwischen Block 1 und 3.

Block 1

Block 1: GFM-Kuppel

Block 1: Geschützscharte

Block 1: Schartenfront

Block 3 beteiligte sich mit zwei Zwillings-MG und einer 37mm Pak aus Mauerscharten am Feuer auf weite Entfernung in Richtung Koenigsmacker – Sentzich zur Unterstützung der Zwischenwerke und Stützpunkte des Zwischengeländes, ebenso auch an der Hauptfeuersperre zwischen Block 3 und dem Zwischenwerk Metrich-Süd. Ferner war seine Mitwirkung vorgesehen mit einem Zwillings-MG im Turm auf weite Entfernungen in Richtung Sentzich und Billig sowie an der Hauptfeuersperre zur Verteidigung der Nordfront des Werkes. Schließlich konnte der vorgenannte Turm mit zwei lMG und zwei 50mm Granatwerfern in Glocken zur Nahverteidigung zwischen Block 3 – 1 – 11 eingesetzt werden.

Block 3

Block 3: GFM-Kuppel

Block 3: MG-Turm eingefahren

Block 3: zugeschüttete Schartenfront

Block 4 war beteiligt mit einem Zwillings-MG im Turm am frontalen und flankierenden Feuer auf weite Entfernungen in gleicher Weise wie der Turm von Block 3, ferner an der Hauptfeuersperre zur Verteidigung der Nordostseite des Werkes und an der Nahverteidigung zur Beherrschung des Raumes zwischen Block 4 – 5 – 10 – 1.

Block 4: MG-Turm

Block 4: MG-Turm

Block 5 verstärkte mit zwei 81mm Granatwerfern im Turm die Hauptfeuersperre durch Steilfeuer in die uneingesehenen Geländeteile im Udernbachtal und Wald von Koenigsmacker, ebenso nahm er mit lMG und zwei 50mm Granatwerfern aus zwei Glocken an der Nahverteidigung teil, wirkend auf die Ostseite des Werkes.

 
 

Block 7 war hauptsächlich für die Beobachtung bestimmt. Mit einem lMG und einem 50mm Granatwerfer konnte er sich selbständig verteidigen.

Block 7: GFM-Kuppel

Block 7: VDP-Beobachtungskuppel

Block 7: gepanzerter Entlüftungshutze

Block 7: Verschluß des Periskops der VDP-Kuppel

Block 8 verstärkte mit zwei 75mm Kanonen im Turm auf weite Entfernung das frontale Feuer, mit den gleichen Waffen und zwei Zwillings-MG das flankierende Feuer und die Hauptfeuersperre, ebenso mit einer 37mm Pak aus Mauerscharten das Feuer in Richtung Billig – Hackenberg. An der Nah-verteidigung beteiligte er sich zwei lMG, zwei 50mm Granatwerfer aus Glocken im Raume zwischen Block 14, Mannschaftseingangsblock und Block 15–7–11.

Block 8: 7,5 cm Panzerturm (Mod 33)

Block 8: links fehlt das Geschützrohr

Block 8: GFM-Kuppel

Block 8: GFM-Kuppel mit repariertem Abdruck einer Hohlladung

Block 8: die zugeschüttete Schartenfront

Block 8: die zugeschüttete Schartenfront

Block 10 unterstütze mit zwei 75mm Kanonen im Turm auf weite Entfernung sowohl das nach Nordost gerichtete frontale Feuer wie auch das flankierende Feuer und die Hauptfeuersperre in Richtung Galgenberg oder Billig.

Block 10: Granatwerferkuppel

Block 10: Panzerkuppel für zwei 7,5 cm (Mod. 33)

Block 11 diente mit den zwei 135mm Haubitzen im Turm zur Verstärkung der Hauptfeuersperre im Udernbachtal und in dem Wald von Koenigsmacker. Mit einem lMG und 50mm Granatwerfer aus Glocke beteiligte er sich zusätzlich an der Nahverteidigung, und zwar hatte er die Westseite des Werkes zu bestreichen.

Block 11: Blick auf den Kampfblock

Block 11: Der 135mm Haubitzenturm

Block 11: GFM-Kuppel

Block 11: GFM-Kuppel mit reparierten Hohlladungsversuchen

Block 14 war mit drei lMG und drei 50mm Granatwerfern ausschließlich für die Oberflächenverteidigung des Werkes zwischen Mannschaftseingangsblock und Block 15 – 7 – 11 vorgesehen.

Block 15 verteidigte mit zwei 81mm Granatwerfer hinter Mauerscharte die beiden Eingangsblöcke sowie das gesamte rückwärtige Gelände des Werkes in Richtung Kannerbachtal. Zwei lMG und zwei 50mm Granatwerfer aus Glocken sicherten im Anschluss an Block 5 die Nahverteidigung nach Osten.

Die Eingangsblöcke waren mit je einem Zwillings-MG, einer 37mm Pak in Kasematten, zwei lMG und zwei 50mm Granatwerfern in Glocken bestückt. Sie hatten die Aufgabe, neben ihrer Selbstverteidigung noch an der inneren Feuersperre der Zwischenlinie in Richtung der Straße im Kannerbachtal teilzunehmen.

Block 15: Die Schartenfront

Block 15: Die Schartenfront

Block 15: Scharte eines 81mm Granatwerfers

Block15: flankierende Scharte für lMG

Quelle: Denkschrift über die französische Landesbefestigung Oberkommando des Heeres 1941

Die von dem Werk erreichbare Feuerkraft konnte durch die Mitwirkung nachstehender Waffen noch wesentlich verstärkt werden:

bulletdurch das flankierende Feuer der Nachbar- und Zwischenwerke,
bullet durch das ergänzende Feuer der im Zwischengelände und
bulletin der Tiefe des Kampffeldes eingesetzten Festungs- und Feldtruppe (Infanterie und Artillerie).

Die Zwischenräume zwischen den Werken Metrich und Billig sowie Billig und Großgruppe Hackenberg betragen je drei Kilometer, zwischen Metrich und Galgenberg sechs Kilometer. Von den Werken aus konnten diese Zwischenräume in ihrer Ausdehnung nur durch flankierendes Artilleriefeuer bestrichen werden; sie waren aber zu groß, um ein lückenloses Infanteriefeuer zu gewährleisten, ganz abgesehen davon, daß auch das Gelände wenigstens nach Südosten dies infolge seiner welligen Oberfläche nicht zuließ. Als Bindeglied zwischen den Werken dienten daher folgende Zwischenwerke:

bullet zwischen der Großgruppe Hackenberg und der Werkgruppe Billig das Zwischenwerk Hummersberg mit Flankierungsfeuer nach beiden Nachbarwerken, zwischen den Werkgruppen Billig und Metrich
bulletdas Zwischenwerk Wald von Koenigsmacker mit Flankierungsfeuer zur Werkgruppe Billig, zwischen Werkgruppe Metrich und Dorf Koenigsmacker
bulletdas Zwischenwerk Metrich-Süd mit flankierendem Feuer in Richtung auf Block 3 zwischen Friedhof Koenigsmacker und der Eisenbahnlinie Sierck-Basseham
bulletdie Zwischenwerke Metrich-Nord und Koenigsmacker-Süd zum Schutze des Dorfes Koenigsmacker und der wichtigen, durch diesen Ort führenden Straße und Eisenbahn Sierck-Basseham, zwischen vorstehender Eisenbahnlinie und der Mosel
bulletdas Zwischenwerk Koenigsmacker-Nord für flankierendes Feuer über die Mosel in Richtung Sentzich.

Die in der Hauptkampflinie noch verbliebenen Zwischenräume hatten das I./ und II./Festungs-Inf.Regt. 167 (insgesamt 1600 Mann) besetzt. Wichtige oder besonders gefährdete Stellen in dieser Linie waren als Stützpunkte ausgebildet.

Eingangswerk für Munition 1940

Eingangswerk für Munition 2002

Der Mannschaftseingang 2009 - völlig angeerdet

Eingangswerk für Munition 2009

Lokgarage für die Werksbahn

Bahnhof

Munitionslager M1

Kasernenbereich: die Weinausgabe

Küche

Umformerraum

Abzweig vom Haupthohlgang zum Block 15

Im Haupthohlgang

Toilettenraum

Toilette

Panzerschotts zu einem Kampfblock

In einem Panzerturm

Hauptbeobachtung Werkgruppe Metrich, Beobachtungsplan

Quelle: Denkschrift über die französische Landesbefestigung Oberkommando des Heeres 1941

 Letzter Stand: 06.11.2016